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Neulehe will sich zum Weltmeister backen Mit Neujahrskuchen ins Guinness-Buch der Rekorde (Bericht der Ems-Zeitung vom 18.04.2013)

Unter Dampf: Hanna Thomann, Reinhard Gansefort und Dieter Kemker (rechts) rühren Teig und Werbetrommel für den Weltrekordversuch im Neujahrskuchen-Backen. Foto: Gerd Schade
Wer es schön machen will, muss leiden. Dieter Kemker verbrennt sich beinahe die Fingerkuppen, als er im Jugendheim in Neulehe einen frischen Neujahrskuchen geschickt zu einer Spitztüte formt. Neujahrskuchen im April? Die spinnen, die Neuleher, könnten flüchtige Beobachter vorschnell behaupten. Aber ganz im Gegenteil: Die Einwohner rüsten sich für einen Weltrekord. Anlässlich der Feier zum 225-jährigen Bestehen des Ortes am 11. August werden in der mit rund 780 Einwohnern kleinsten Mitgliedskommune der Samtgemeinde Dörpen heiße Eisen geschmiedet. Das Dorf will den Sprung ins Guinness-Buch der Rekorde schaffen – und zwar als Weltmeister im Neujahrskuchen-Backen. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir es schaffen“, sagt Bürgermeister Reinhard Gansefort. Zusammen mit Kemker und Hanna Thomann bildet Gansefort das Organisationsteam. Für den Rekordversuch planen sie eine 700 Meter lange Neujahrskuchen-Backstraße mit 100 Bäckern und Neujahrskucheneisen beziehungsweise Hörnchenautomaten (keine Waffeleisen!). Mehr als die Hälfte haben die Neuleher laut Gansefort schon rekrutiert. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Dieter Kemker, Telefon 0 49 68/14 68, oder über die Facebook-Seite „Weltmeisterschaft Neulehe“ im Internet melden. Die Seite hatte bis gestern bereits 258 Fans. Die Backstraße soll sich von der Gaststätte Steffens bis zur Firma Elektro Radke erstrecken. Die Anwohner stellen vor ihren Häusern Tische, Stühle und Strom zur Verfügung. Amtierender Weltmeister im Neujahrskuchen-Backen ist der Ort Pilsum in Ostfriesland. Das Dorf in der Gemeinde Krummhörn ist vor allem wegen seines Leuchtturms mit gelb-roten Querstreifen bekannt. Der Turm spielte unter anderem in einem der Filme des Blödelbarden Otto Waalkes eine Rolle.
Erlös für Jugendarbeit Die Ostfriesen werden den Weltrekordversuch in Neulehe genau beäugeln. Wie Bürgermeister Gansefort berichtet, werden sie in einem Bus mit Posaunenchor zum Ortsjubiläum anreisen. Darüber hinaus beteiligen sich auch hiesige Gruppen an dem Programm, das auf drei Showbühnen im Ortskern absolviert werden soll. „Die meisten Gruppen haben sich spontan gemeldet und treten ohne Gage an“, sagt Gansefort. Er verspricht ein buntes Programm, das von musikalischen Darbietungen bis hin zu Vorführungen der Feuerwehr Dörpen reicht. Der Erlös aus der Jubiläumsfeier wird in die Jugendarbeit der örtlichen Vereine fließen. Von der bisherigen Resonanz zeigt sich der Bürgermeister angetan. „Toll, wie die Vereine und Anlieger bisher mitziehen. Alle sind mit Begeisterung dabei.“ Ob es am Ende mit dem Weltrekord tatsächlich geklappt hat, wird sich etwa ein halbes Jahr nach dem Jubiläum herausstellen. So lange dauert es laut Gansefort, bis über den dokumentierten und beglaubigten Antrag offiziell entschieden ist. Sicher ist, dass die Neuleher passend zum „Jahreswechsel“ mit Neujahrskuchen ins 226. Jahr ihres Dorfes starten. „Deshalb kann man die Kuchen ruhig mal im Sommer backen“, meint Hanna Thomann.
225 Jahre alt werden 2013 außer Neulehe auch Breddenberg-Heidbrücken, Gehlenberg, Hebelermeer, Neubörger, Neudersum, Neurhede, Neusustrum, Neuversen, Neuvrees, Rütenbrock und Twist (Heseper und Rühler Twist). Entnommen aus: Geschichte des vormaligen Münsterschen Amtes Meppen von Dr. J. B. Diepenbrock).
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