Neulehe

Geschichte

Eine schmucke Gemeinde mit vielen Traditionen
(von Hermann-Josef Döbber)

Neulehe (eb) – Der Ort wurde 1788 durch den münsterschen Fürstbischof Maximilian Franz von Österreich als Moorkolonie nordöstlich von Dörpen gegründet. Sie erhielt den Namen nach dem nächstgelegenen schon bestehenden Dorf Lehe.

Der Ortsname Lehe geht auf das gotische „Hlew" zurück, welches in der Abwandlung „hleow" soviel bedeutet wie Schutz. Die Siedlung ist an einer Stelle entstanden, die vor Sturm- und Hochwasser Schutz bot. Die Siedlung Neulehe wurde 1788 angelegt. Zunächst bestanden hier nur 5 Plaatzen in der Größe von jeweils 6 Hektar. Viel Mühe und Arbeit kostete es, dem sumpfigen Moor soviel Ertrag abzugewinnen, dass es für den Lebensunterhalt gerade ausreichte. Wenige schlechte Jahre brachten die Kolonisten derart in Schulden, dass Teile der Plaatzen verkauft werden mussten, um die verkleinerten Siedlerstellen schuldenfrei und wenigstens existenzfähig zu machen.


1868 erbaute Schule - 1957 abgebrochen.

Um 1836 siedelten sich 2 weitere Kolonisten in Neulehe an. Die Hauptfrucht bis um 1900 war Buchweizen in Brandkultur. Große Heidschnuckenherden sorgten für Fleisch und Wolle. Die Aufteilung der Moorflächen für die Siedlung A in den 1930er Jahren beendete die Schafhaltung im Großen, brachte aber den Kolonisten neues Land für die Vergrößerung der Höfe.

Damals wurde nördlich des Küstenkanals ein staatliches Siedlungsgebiet in einer Größe von 1.400 Hektar kultiviert. Darauf wurden 11 Höfe angelegt und das ganze Gebiet wurde der alten Siedlung Neulehe zugeschlagen. Auch erhielt der Ort mit Eggershausen, benannt nach dem damaligen Regierungspräsidenten von Osnabrück, einen neuen Namen. Unter Landrat Borgmann kam nach dem Weltkrieg der Name Neulehe wieder zu Ehren.


Einweihung der Kapelle "Unserer Lieben Frau" 1946.

Anfang der 50er Jahre zählte der Ort über 80 Feuerstellen und rund 500 Einwohner. Fruchtbare Felder und saftige Wiesen gaben 56 Vollbauern ein Auskommen auf eigener Scholle. Landwirtschaftliche Stellen mit einem Landbesitz bis zu 14 Hektar zählten ebenfalls zu der Gemeinde, deren Ortskern mit Kirche und Schule westlich der Einmündung der Straße Lehe - Neulehe in die Landesstraße Aschendorf - Neubörger angelegt wurde. Dort entstand 1950 zunächst eine neue Schule.
Am 29.04.1951 wurde in der Nähe der Grundstein zum Gotteshaus gelegt, das am 11.02.1952 als Filialkirche von Lehe eingeweiht werden konnte. Mit Wirkung vom 01.04.1953 wurde Neulehe eine selbstständige Kirchengemeinde.

Die Einwohner blickten auch in den nächsten Jahrzehnten weiter nach vorne. Der Ort reifte zu einer schmucken Gemeinde mit vielen Traditionen. Bis es allerdings soweit war, durchwanderten die Neuleher einige markante Stationen. Dazu zählte der Beitritt zur Samtgemeinde Dörpen.

Im Rahmen der Gebietsreform zum 01.01.1973 wurde die Gemeinde Neulehe der jetzigen Samtgemeinde Dörpen zugeordnet. Danach bekam die Gemeinde ein neues Gesicht. Während früher die Landwirtschaft das Bild beherrschte, konnten ein Gewerbegebiet für Klein- und Mittelbetriebe angelegt und viele Bauplätze ausgewiesen werden. Der jungen Generation war eine Perspektive ermöglicht worden. Die Bürger fanden in der eigenen Gemeinde und im nahen Dörpen Arbeit und Brot.

Anschrift

Gemeindeverwaltung Neulehe
Haarstraße 6
26909 Neulehe

Kontakt

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